Darf ich hier mal vorsichtig die Frage stellen - an die "2- Arbeitstage- Anbieter"? Wie wollen Sie (allein?) ein Feintranskript nach GAT von knapp 80 Minuten Länge innerhalb von 2 Arbeitstagen bewältigen? Sicherlich doch nur mit mehreren Schreibkräften, nicht wahr?
Sie haben vollkomen recht, ein Feintranskript in zwei Tagen zu schaffen ist unmöglich. Ich habe meinen Professor noch einmal kontaktiert und der meinte ein Basistranskript reicht aus. Hier mal ein kleiner Inhaltsüberblick: Das Basistranskript enthält Informationen zur Verlaufsstruktur des Gesprächs, also zu Überlappungen und simultanem Sprechen (in eckigen Klammern jeweils untereinander) sowie zum direkten Anschluss neuer Turns (=). Es enthält Pausen, wobei diese grob in Mikropausen ((.)), kurze ((- )), mittlere ((- -)) und längere Pausen ((- -- ))unterschieden werden können. Als weitere segmentale Konventionen werden Dehnungen von Silben (je nach Dauer :, :: oder :::), Verschleifungen innerhalb von Einheiten (und=äh), Verzögerungssignale (wie äh) und der Abbruch durch Glottalverschluss (') berücksichtigt. Tonhöhenbewegungen werden nur am Einheitenende aufgeführt, es wird unterschieden zwischen hoch steigend (?), mittel steigend (, ), gleich bleibend (- ), mittel fallend (;) und tief fallend(.). Beim Akzent werden im Basistranskript nur der Haupt- bzw. Primärakzent (akZENT) sowie gesondert ein extra starker Akzent (ak!ZENT!) berücksichtigt. Obwohl das nur kenntlich gemacht werden sollte, wenn es wirklich auffällig ist. Ferner führt das Basistranskript Lachen - in der Regel ausgeschrieben, aber auch in der Form ((lacht)) - , Rezeptionssignale (ja, 'hm'hm etc.) sowie para- und außersprachliche Handlungen und Ereignisse wie Husten, ebenfalls in doppelten Klammern, auf. Vermutete (weil unverständliche) Wörter, Laute oder Silben werden einfach geklammert.

